Autonomes Fahren erhöht den Stellenwert des ­Innenraumklimas

Oftmals schenkt man ihm keine Beachtung, aber jeder ist jederzeit davon betroffen: unser Umgebungsklima. Dieses rückt speziell beim autonomen Fahren deutlich mehr in den Mittelpunkt und ist Thema eines aktuellen Forschungsprojekts im Hause Wölfle. Solange man das Steuer in der Hand hält, liegt der Fokus beim Fahren selber, sodass man das Klima oftmals gar nicht oder erst dann wahrnimmt, wenn es besonders unangenehm ist. Meist ist viel häufiger der Beifahrer am Verstellen und optimieren, weil dieser mehr Zeit hat, sich darauf zu konzentrieren. Wenn wir in Zukunft nicht mehr selber fahren, sondern andere Dinge tun können, wie es zum Beispiel auch im Zug oder Flugzeug der Fall ist, wird schnell klar, dass heutige Systeme im Auto hier noch deutliche Schwächen haben. Dies ist mitunter dem viel kleineren Innenraum geschuldet.

 

Zusammen mit einem in Süddeutschland beheimateten Automobilhersteller gehen wir völlig neue Wege und untersuchen von Grund auf Belüftungs- und Klimamodelle mit dem Blick auf die veränderten Bedingungen im Automobilbau. Hier werden neben Klima- und Luftschichtungsmodellen auch sämtliche bekannte Systemanordnungen und Konzepte neu überdacht. Hinzu kommt das Thema E-Mobilität in Form der Elektrifizierung des kompletten Systems inklusive der Komponentenkühlung sowie ein Luftgütemesssystem auf CO²-Basis und einem Einzelplatz-Bedienkonzept, welches den Fokus auf eine völlig neue Art der Eingabe legt. Die Bedienbarkeit eines solch komplexen Systems ist hierbei die besondere Herausforderung.

 

Warum Wölfle? Die Firma Wölfle hatte in der Vergangenheit bereits Berührungspunkte mit der Klimatisierung von PKWs, versteht sich aber selber als Technologieführer auf dem Gebiet der Klimamodelle und Klimaregelung in Off-Highway-Branchen. Die Kombination als HV/AC-Hersteller mit hausinterner Elektronik und Software bildet hier die Basis.

 

Bereits 2008 entwickelte Wölfle einen komplett modellbasierten Klimaregler für die Baumaschinenbranche und den Bereich der Logistik. Mit den Firmen Liebherr und Linde wurde hier ein Meilenstein in deren Branchen erreicht. Diese Systeme arbeiten ohne Innenfühler und können Außentemperatursprünge von 30°K verarbeiten. Dies stellt auch heute noch viele Marktbegleiter vor Herausforderungen. Immer mehr Kunden profitieren von diesem Modell, sodass diese auch in der Landwirtschaft und im Sonderfahrzeugbau zunehmend Anwendung findet.

 

Das lenkte den Fokus der Automobilhersteller auf uns. Die Systeme in unseren Bereichen sind völlig anders und sehen von Fahrzeug zu Fahrzeug komplett unterschiedlich aus. Eine Luftverteilung im Bagger ist mit der eines PKWs nicht vergleichbar. Ebenso ist ein Fahrerstand im Mobilkran auch wieder völlig anders als ein Innenraum eines Zuges. Dies bedingt, dass unsere Klima- und Luftschichtungsmodelle sehr flexibel sind und auch eine sehr breite Kompetenz im Hause Wölfle vorhanden sein muss.

 

Genau mit dieser Kompetenz wurde in den letzten zwei Jahren ein völlig neues Konzept entwickelt, welches in einem Technologieträger aktuell validiert wird und den Grundstein für ein völlig neuartiges Komfortmodell legt. Bei dem ersten Test mit etlichen Probanden wurde ein deutlicher Mehrwert bestätigt. Es wurde ein völlig zugfreies Lüftungssystem erreicht, welches auch mit einer sehr guten Zonenbildung und Temperaturschichtung besticht.